Ensemble for Different New Music (Serbien)

,,Serbian Minimalists"

Musiker und Musikerinnen:
Miroslav Savic, Nada Kolundzija, Branka Parlic, Iidija Stankovic, Dragoljub Ilic, Natasa Penezic, Katarina Radovanovic, Andrej Negic, Dirnitrije Beljanski, Milena Petrovic, Milos Raickovic (Leitung)

 

Das Ensemble for Different New Music, 1977 in Belgrad ge­gründet, erweitert das Festival-Spektrum um einen spezifisch serbischen Minimalismus. Werke von neun serbischen Kom­ponisten, zwischen 1977 und 2019 geschrieben, werden von 11 Musikern auf mehreren Klavieren, Keyboards und Mallet­Instrumenten aufgeführt. Im abschließenden Stück des Pro­gramms wird das Ensemble for Different New Music von drei Perkussionisten des Ensembles in process begleitet.

In den 1970er Jahren – als die Mehrheit der europäischen Komponisten entweder die Wege des atonalen Serialismus oder des akademischen Konservatismus‘ beschritt – entwickelte sich in Belgrad eine lebendige, originelle Minimal Music-Szene. Obwohl diese Form der Repetitiven
Musik von den amerikanischen Minimalisten inspiriert ist, basiert sie nicht auf den traditionellen Kompositionstechniken von Glass, Reich oder Riley. Alle hier vorgestellten serbischen Komponisten verfolgen jeweils ihren eigenen Stil.

Programm

Milos Raickovic (*1956) - Canon (Permutations II) (1977)
Dusan Bogdanovic (*1955) - To Where Does The One Return? (2001/2018)
Dimitrije Beljanski (*1995) - Sequence 1, ,,New Year's Improvisation« ( 2018)
Teodora Stepancic (*1982) - Keyboards - December 2017 (2017)
Vladimir Tosic (*1949) - Altus (2001/2018)
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Dragoljub Ilic (*1956) - Landscapes III (2019)
Andrej Negic (*1993) - Tines (2019)
Miroslav Misa Savic (*1954) - AB Cfor EDNM(l980/2019)
Milimir Draskovic (1952-2014) - From The New Old World (2004), arr. Andrej Negic (2019)
Milos Raickovic - Water Tones (Permutations III) (1977)

Permutations II, Canon des Ensembleleiters Miloš Raičković ist Teil eines Zyklus mit dem Titel Permutationen, in dem alle Stücke auf den Permutationen von sechs Tönen basieren. Raičković nennt diesen Stil asketischen Minimalismus.

Nach dem berühmten Zen-Koan "Wohin kehrt der eine?" ist die Arbeit von Bogdanović benannt; ein Meditationsstück, das nach und nach dekonstruiert wird, wobei der ursprüngliche Satz von Elementen erhalten bleibt. Ursprünglich für eine Familie mikrotonal gestimmter Gongs konzipiert, wurde die Komposition für eine Reihe von Tasteninstrumenten neu arrangiert.

Beljanski stellt in seinem Stück die Frage: Warum sollte eine Sequenz statt 3 oder 4 Wiederholungen nicht 20, 30 oder mehr Wiederholungen besitzen?

Keyboards - Dezember 2017 von Teodora Stepančić wird von beliebig vielen Keyboardern gespielt. Die Harmonien ändern sich
allmählich, überlappen sich und wandern weiter. ‘Geistermelodien’ erscheinen.

Vladimir Tosic, der bereits als Gastkomponist in Kassel war, kombiniert in seinem Stück Altus einige streng minimalistische Verfahren mit Mustern, deren Energie an Rockmusik gemahnt. Möglicherweise klingt Altus wie ein imaginärer ‘modern dance’.

Dragoljub Ilić‘ Landscapes II erinnert mit seinen schimmernden Figuren an eine imaginäre Landschaft in impressionistischer und gleichwohl minimalistischer Weise.

ABC Music von Miroslav Miša Savić wurde zunächst als Spiel mit der Zahl 10 für ein Rock-Ensemble konzipiert. In der neuen Version ABC für das EDNM wird zu den Tönen a, b und c der Ton h hinzugefügt.

Der Titel 'From the New Old World' von Milimir Drašković meint Musikwelten. Andrej Negić arrangierte dieses Werk für Tasteninstrumente. Dessen Arbeit Tines ist primär eine Improvisation mit Wiederholung rhythmischer und melodischer Motive.

Basierend auf Permutationen von sechs Tönen, erinnert Permutationen III, Water Tones von Miloš Raičković an die Klänge von Wasser. Die Form – ein Fluss – entsteht durch das Dirigat im Moment der Aufführung.