Hauptmenü Inhalt

Schriftgröße: 
Sie befinden sich hier: Startseite

Vorwort

 
Das 3. Internationale Minimal Music Festival, das 8. Festival dieser Reihe insgesamt, wird vom Motto “répétitions”, also Wiederholungen, geprägt. Dass Wiederholung eines der wichtigsten Gestaltungsprinzipien der Musik, wenn nicht der Künste schlechthin ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Aber im Kontext des Minimalismus, der sich auch unter dem Begriff der ‘Repetitiven Musik’ historisch manifestierte, ist Wiederholung eine besondere Kategorie: Gerade in der Konstellation mit allmählicher Veränderung wird Wiederholung zum Grundbaustein des musikalischen Prozesses, dem Träger minimalistischer Ästhetik. Erst die Wiederholung ermögliche, so die Protagonisten der ‘Repetitiven Musik’, die Wahrnehmung jener musikalischen Details und Mikroprozesse, wie sie insbesondere durch Phasenverschiebung entstehen.

Das diesjährige Festival wird diesem Aspekt sowohl in der Reflexion, dem Vortrag des Musikwissenschaftlers Martin Zenck, als auch durch die klingenden Ereignisse gerecht. Die Schweizer Künstlerin Ania Losinger präsentiert Repetition in Zusammenarbeit mit dem Schlagzeuger Matthias Eser sowohl klanglich als auch tänzerisch auf ihrem außergewöhnlichen XALA-Instrument.
Das Projekt der Hamburger Kantorei St. Michaelis mit dem Kasseler Ensemble in process führt in der UA von “répétitions” das Motto geradezu programmatisch fort.
Der Kanadische Performance-Künstler Mark Sutherland arbeitet solistisch mit stringenten Wiederholungs-Konzepten in der Matinee.
Im Abschlusskonzert spielt das Ensemble NICO aus Litauen jenen Klassiker der Repetitiven Musik, Terry Rileys "In C", der in fast allen vergangenen Festivals präsent war und dadurch das Moment der Wiederholung auch konzeptionell widerspiegelt.

Wiederholung – der Förderverein Minimal Music, der das Festival alle zwei Jahre turnusgemäß veranstaltet, möchte durch die Konstanz der Wiederholung der Welt des Minimalismus in Kassel eine dauerhafte Plattform einrichten.

Dankenswerterweise und sinnigerweise zugleich hat Prof. Peter Michael Hamel, der seit Jahrzehnten den Minimalismus als Künstler begleitet, die Schirmherrschaft für das Festival übernommen.

Dr. Ulli Götte
Künstlerischer Leiter