Vorwort

Idee, Konzept und Geschichte

Über 50 Jahre währt nun schon der musikalische Minimalismus. Längst spricht man vom Post-Minimalismus. Aber was bedeutet das anderes, als dass diese ursprünglich amerikanische Musikrichtung, die bisweilen Repetitive Musik genannt wird, auch nach einem halben Jahrhundert Geschichte noch immer virulent ist und überall auf der Welt neue Blüten treibt. Eine Aktualität, die im Übrigen auch in der Bildenden Kunst, dort unter dem Signet der Minimal Art, nachzuweisen ist.

19 Jahre ist es nun her, seitdem Ulli Götte dieser interkulturellen Form der neuen Musik eine europäische Heimat gegeben hat. Seit 1997 veranstalten Götte und der Förderverein Minimal Music e.V. das Internationale Minimal Music Festival in Kassel, in den ersten Jahren noch unter dem Titel Deutsches Minimal Music Festival. Seit nunmehr 19 Jahren wird dem nordhessischen Publikum, aber auch vielen auswärtigen Fans dieser Musik im zweijährigen Turnus ein Festival geboten, das den musikalischen Minimalismus stets in seiner ganzen Breite würdigt. Und stets wurde die konzertante Präsentation der Minimal Music durch Workshops für Schüler, aber auch wissenschaftliche Vorträge ergänzt.

Das 10. Festival, das sich als besonderes Jubiläum verstehen darf, wird die punktuelle Festival-Form durch eine Konzertreihe erweitern, die ganz unterschiedlichen Aspekten der minimalistischen Ästhetik gewidmet ist und die sich bis in das Frühjahr 2017 erstrecken wird. Eine Reihe, deren einzelne Events als ‚Minimal-Hour‘ in Erscheinung treten.

Der Förderverein Minimal Music und Ulli Götte werden wieder internationale Musiker und Ensembles einladen und dabei ambitionierte Programmpunkte präsentieren. Weltbekannte Musiker wie Nik Bärtsch oder das Ensemble Les Percussions de Strasbourg werden zu hören sein. Eine Besonderheit wird zudem die Aufführung des Opus Magnum Music for 18 Musicians von Steve Reich sein, der im Jahr 2016 80 Jahre alt wird. Und der Fluxus-Abend soll nicht nur an die musikalische Vorgeschichte des Minimalismus erinnern, sondern auch und gerade an die Geburtsstunde des Kasseler Festivals.

Die Schüler-Workshops sowie das Symposium Repetition des Institutes für Musik Kassel verweisen zudem auf die pädagogische Notwendigkeit, eine neue Generation an die Minimal Music heranzuführen, und auf die wissenschaftliche Notwendigkeit, die minimalistische Ästhetik der Repetition zu thematisieren.

Wellenartig verläuft diese Musik – wellenartig soll sie sich auch weiterhin, gleichsam nach allen Seiten, verbreiten.